Über mich

Ich bin ein Mensch, der den Schmerz erfahren hat, welches ein Leben basierend auf dem Spielen von Rollen und Tragen von Masken mit sich bringt, angefangen bei meinen eigenen Familienmitgliedern, die aufgrund ihrer eigenen Unfähigkeit zu sich selbst zu stehen und Angst vor Ablehnung nicht anders konnten, als das Kind zum Problem der Familie zu machen, da es sie auf ihre seelischen Wunden, limitierenden Glaubenssätze, Konditionierungen und gelebten Lügen aufmerksam machte, bis hin zu mir selbst. Denn es ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen, als ich erkannt habe, dass ich denjenigen, die mir am nächsten stehen, genau das Gleiche antue, was mir damals angetan wurde.

Welch Ironie, oder?


Obwohl ich aufgrund des Schmerzes niemals so werden wollte wie meine Eltern, wurde ich genauso wie sie. Ich erkannte mich selbst in ihnen wieder und der Grund, warum ich tat, was ich tat, war derselbe Grund, warum sie taten, was sie taten. Es war ein unfassbar großer Schmerz in mir, der mich dazu zwang, mich selbst zu verbiegen, um von anderen gemocht zu werden. Die Angst vor Ablehnung kontrollierte mein ganzes Leben und ich habe sie 1:1 von meiner Familie übernommen. Mir wurde bewusst, dass andere uns nur fühlen lassen können, was selbst in ihnen vorhanden ist. Ab dann änderte sich mein ganzes Leben und vor allem auch die Beziehung zu meiner Familie, denn zum ersten Mal, war da etwas, was vorher nie existiert hatte: eine Verbindung.

Ich arbeitete fast 10 Jahre lang als Hundetrainerin und im Hundetraining dreht sich alles um Authentizität. Was ich in dieser Zeit sehen, lernen und in Erfahrung bringen konnte, war, dass man Authentizität aber nicht einfach durch irgendwelche Methoden und Techniken lernen kann. Hundetraining ist eine Co-Kreation von Menschen, die abhängig von der Wertschätzung anderer sind und Angst vor Ablehnung haben, denn fast alle Probleme, die Hundehalter mit ihren Hunden haben, führen auf einen Kern zurück: dass der Hund das Selbstwertgefühl des Halters aufgrund seines Verhaltens auf die Probe stellt und dass ich im Verhalten des Hundes etwas „Falsches“ wahrnehme. Aber Tatsache ist: Ich kann nur in anderen etwas als „falsch“ wahrnehmen, wenn ich tief in mir glaube, richtig sein zu müssen. Es ist die Angst, die uns dazu verleitet, andere im Außen zu kontrollieren und zu manipulieren, damit wir bekommen, was wir wollen. Das ist, was Hundetraining ist. Aber genauso trifft das auf Paartherapie oder die Therapie von Kindern zu. 

 

Es geht nämlich immer um dasselbe Thema: Du musst für mich richtig sein, so sein, wie ich es brauche, damit ich mich richtig und gut mit mir fühlen kann. Wenn wir nicht zu uns stehen, um anderen zu gefallen, dann sind wir hochgradig unloyal, übergriffig und verletztend. Natürlich nicht zu denen, die es nicht sehen sollen, aber zu denen, die uns nahestehen, und damit am meisten zu uns selbst. Wir können sie nämlich nicht sein lassen, wie sie sind, weil wir uns nicht sein lassen können, wie wir sind, und belegen ständig, alle möglichen Dinge, die jemand in unserem Umfeld tut mit Scham. Und das tut verdammt weh. Wir treiben die von uns weg, mit denen wir uns eine enge und erfüllte Beziehung wünschen und der einzige Grund, warum wir sie im Außen nicht erfahren können, ist, die verlorene Verbindung zu uns selbst. Wir sind abhängig von der Liebe, Wertschätzung und Anerkennung anderer - weil wir immer noch glauben, diese definiert unseren Wert. Dieser endlose Kreislauf des Aufgebens des eigenen wahren Wesens, um zu gefallen, muss aufhören, wenn wir wahre Verbindung, Zugehörigkeit, Selbstausdruck und Freiheit leben wollen. Und es wird aufhören. Und zwar mit uns.